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«Cornelia Günauer „The whole idea is to entertain them“ Musik im indischen Wahlkampf ARBEITSPAPIERE DES INSTITUTS FÜR ETHNOLOGIE UND ...»

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2012

ARBEITSPAPIER – WORKING PAPER 132

Cornelia Günauer

„The whole idea is to entertain

them“

Musik im indischen Wahlkampf

ARBEITSPAPIERE DES

INSTITUTS FÜR

ETHNOLOGIE

UND AFRIKASTUDIEN

WORKING PAPERS OF

THE DEPARTMENT OF

ANTHROPOLOGY AND

AFRICAN STUDIES

AP IFEAS 132/2012

Herausgegeben von / The Working Papers are edited by:

Institut für Ethnologie und Afrikastudien, Johannes Gutenberg-Universität, Forum 6, D-55099 Mainz, Germany.

Tel. +49-6131-3923720; Email: ifeas@uni-mainz.de; http://www.ifeas.uni-mainz.de http://www.ifeas.uni-mainz.de/workingpapers/Arbeitspapiere.html Geschäftsführende Herausgeberin / Managing Editor: Eva Spies (espies@uni-mainz.de) Copyright remains with the author.

Bitte zitieren als / Please cite as:

Günauer, Cornelia, 2012: „The whole idea is to entertain them“. Musik im indischen Wahlkampf. Arbeitspapiere des Instituts für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Working Papers of the Department of Anthropology and African Studies of the Johannes Gutenberg University Mainz) 132. URL: http://www.ifeas.unimainz.de/workingpapers/AP132.pdf Cornelia Günauer „The whole idea is to entertain them“. Musik im indischen Wahlkampf Zusammenfassung Musik ist ein allgegenwärtiger Bestandteil des indischen Wahlkampfes, der oft als buntes, karnevaleskes Fest abgetan wird.

Lieder und Melodien sind dabei jedoch keine vernachlässigbare Begleiterscheinung des weltweit größten demokratischen Urnengangs. Vielmehr sind sie ein zentrales Element politischer Kommunikation, das die Wahlkampf-Akteure mit Blick auf die komplexe und heterogene indische Wählerschaft strategisch einsetzen. Durch grundlegende Veränderungen in der Medientechnologie und im Parteiensystem hat sich Musik in den letzten Jahrzehnten von einem Instrument der Botschaftsvermittlung auf regionaler Ebene zum politischen Kommunikationsmittel nationaler, professionell geplanter und medienbasierter Kampagnen gewandelt. Im Rahmen der Arbeit wird dies sowohl anhand der Analyse der historischen Entwicklung von Wahlkampfmusik in Indien als auch am konkreten Fallbeispiel der nationalen Parlamentswahlen 2009 deutlich. Hier verwendeten die zwei größten indischen Parteien zwar dieselbe Liedvorlage, das mit dem Oscar ausgezeichnete Lied Jai ho, verknüpften diese jedoch im Muster von Markenwerbung mit neuen Bedeutungsinhalten. Das Lied diente so nicht mehr der reinen Unterhaltung der Wählerschaft, sondern vermittelte darüber hinaus unterschiedliche symbolische Botschaften und inszenierte zugleich einander widersprechende Bilder der indischen Nation.

Abstract Music is an omnipresent part of the often so-called great Indian election circus and much more than a mere by-product of what is the greatest democratic exercise worldwide. Songs and tunes are an integral part of political communication, strategically used by political actors which are confronted with an extremely complex and heterogeneous electorate. In the last decades, underlying changes in the media technology and the party system transformed music from a mere vehicle for messages on a regional level to a powerful tool of political advertisement for a nation-wide, professional planed and media based campaign. In course of this study the analysis of both, the historical development of Indian election music and the national election campaigns in 2009, clarify this trend. As part of their media based campaigns the two biggest Indian parties, INC and BJP, used the same song not only to entertain the electorate but – following patterns of brand advertisement – to convey different symbolic messages linked to opposing images of the Indian nation.

Die Autorin Cornelia Günauer, M.A. ist Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet derzeit zu politischer Kommunikation und medialen Wandel im indischen Wahlkampf.

The Author Cornelia Guenauer, M.A. is lecturer at the Department of Anthropology and African Studies/Johannes Gutenberg University Mainz. Her main areas of interest are political communication, media change and elections in India.

Email: cguenau@uni-mainz.de Inhaltsverzeichnis  Abbildungsverzeichnis 

Abkürzungsverzeichnis 

.

Einleitung 

1.  Das politische System und Wahlen in Indien 

.

2.  Vom Grammophon zum Klingelton – eine kleine Musikgeschichte der  Wahlkampagne 

2.1 „At the grassroots“: Live‐Musik und Grammophon 

2.2 „Small man’s medium“: Die Kassette als Wahlkampfmittel 

2.3 „Fighting from the sky“: Fernsehwerbung 

3.  Unterhaltende Politik –  Musik als Wahlkampfmittel 

.

3.1 „It’s all musicness“: Funktionen von Musik und Strategien der Akteure .................. 44 

3.2 Unity in Diversity: Bollywoodmusik 





.

4.  Jai Ho oder Bhay Ho? –  Musik für die Lok Sabha‐Wahlen 2009 

.

4.1 Jai Ho... 

.

4.2 Jai versus Bhay 

Fazit 

Quellenverzeichnis 

Anhang 

.

Interviews 

Hintergrundinformationen zu zentralen Personen und Institutionen 

INC‐Wahlkampflieder 

BJP‐Wahlkampflied 

  Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Sunam Chaurasia in seinem Museum. Auf dem Banner steht der Name des  Museums. (Bild: Günauer) 

Abb. 2: Handbetriebenes Grammophon im Museum Sunam Chaurasias – zum Zeit‐ punkt meines Besuches herrschte Stromausfall. (Bild: Günauer) .................. 17  Abb. 3: Interviewsituation mit Prof. Dr. Trikha in dessen Büro. (Bild: Günauer) ...... 19  Abb. 4: Indira Gandhi mit Raj Kapoor und weiteren Größen Bollywoods. (Bild:  Nanda 2009: 105) 

.

Abb. 5: INC‐Schallplatte Banegi phir Delhi men Congress ki sarkar von 1977 aus der  Sammlung Chaurasias. (Bild: Günauer) 

.

Abb. 6: Frau Beti, Vorsitzende der Wahlkommission Neu‐Delhi, in ihrem Büro vor  Ausschnitten der Pappu‐Kampagne. (Bild: Günauer) 

–  –  –

Abkürzungsverzeichnis  AFP    Advertiser Funded Programming  AIR    All India Radio  BJP    Bharat Janata Party  CPI(M)  Communist Party of India (Marxist)  EC    Election Commission  HMV   His Masters Voice  HSS    Hanns‐Seidel‐Stiftung  IMRB   Indian Market Research Bureau  IMRS   Insight Market Research Solutions  INC    Indian National Congress  JWT    J Walter Thomson  NDA   National Democratic Alliance  RSS    Rashtriya Swayamsevak Sangh  TDP    Telugu Desam Party  UPA    United Progressive Alliance  VHP    Vishwa Hindu Parishad

–  –  –

Einleitung1  „Only because I am contesting and because I am delivering a speech people  will  not  come!  So  the  whole  idea  is  to  entertain  them.“  (Rohit  Sharma,  Kampagnenmanager des Indian National Congress, Interview 7.8.2009)  Die  indischen  Parlamentswahlen,  „one  of  the  most  expensive  shows  on  earth“  (Ray  2009:  28),  sind  weithin  bekannt  als  bunte  und  tönende  Feste.  So  beschrieb  auch  die  Zeitschrift  Der  Spiegel  den  indischen  Wahlkampf  als  „elektrisierendes  Spektakel  [...]  einen  Zirkus  Nationale“  sowie  als  „eine  Mischung  von Auftritten  politischer  Clowns  und seriöser Gladiatoren, die in einer karnevalistischen Show um die Gunst ihres Vol‐ kes buhlen“ (Follath 1999).2 Musikgruppen und Lautsprecherwagen begleiten mit pa‐ rodistischen  Liedern  Wahlkampfumzüge  und  ‐versammlungen  und  gehören  genauso  zum festen Repertoire indischer Wahlkämpfe wie auch politische Wahlwerbespots im  Fernsehen, die mehr an Musikvideos als an eine Wahlkampagne erinnern. Gerade die‐ ser  Umstand,  dass  Musik  ein  fester  Bestandteil  der  indischen  Wahlkampfpraxis  ist,  dient oftmals als Beleg für den oben dargestellten Befund.    Auch  die  Aussage  des  indischen  Wahlkampfmanagers  Sharma  scheint  dies  zunächst  zu  bestätigen: Auf  die  Frage  hin,  warum  er  Musik  im  Rahmen  seiner  Kam‐ pagne  einsetze,  verwies  er  auf  die  unterhaltsame  Funktion  von  Musik  zur Attraktion  der Wähler. Sharma war 2009 der zentrale Kopf hinter der Wahlkampagne der größten  indische  Partei,  dem  Indian  National  Congress  (INC).  Dieser  sicherte  sich  für  200.000  US‐Dollar  die  Nutzungsrechte  an  dem  Bollywoodlied  Jai  Ho,  um  es  als  nationales  Wahlkampflied  zu  verwenden.  Mit  diesem  in  der  Presse  viel  beachteten  Rechtekauf  und dem landesweiten Einsatz des Liedes schien der INC den Showcharakter der indi‐ schen  Wahlen  auf  eine  neue  Spitze  getrieben  zu  haben.  Musik,  insbesondere  Bollywoodlieder  waren  zwar  schon  lange  ein  zentraler  Bestandteil  indischer  Wahl‐ kampagnen, doch hatte sich noch nie zuvor eine Partei die alleinigen Nutzungsrechte  an  einem  bestimmten  Lied  gesichert,  um  dieses  als  einheitliches,  nationales  Kampag‐ nenlied einzusetzen.    Angesichts  dieser  einschneidenden  Änderung  stellt  sich  die  Frage,  ob  Musik  tatsächlich nur ein rein unterhaltsamer Aspekt des indischen Wahlkampfspektakels ist  und  vorrangig  dazu  dient,  die Aufmerksamkeit  der  Wählerschaft  zu  gewinnen. Auf‐ grund  dieses  Verständnisses  wird  Musik  allgemein  als  unterhaltsame  Trivialität  und  zierende  Begleiterscheinung  indischer  Wahlkämpfe  abgetan  und  nicht  weiter  hinter‐ fragt.  Ein  Bekannter,  den  ich  einen  Monat  nach  den  Parlamentswahlen  2009  in  Neu  1 Dies ist die überarbeitete Version meiner Magisterarbeit, die ich 2011 am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität eingereicht habe. Im Original liegt eine DVD mit den in der Arbeit erörterten Lied und Spotbeispielen bei – hier bleibt leider nur der Verweis auf mögliche Internetquellen für die Videos.

2 Zeitschriften- und Zeitungsartikel, bei denen kein Verfasser angegeben ist, werden unter Nennung der Zeitschrift/Zeitung selbst zitiert. Ansonsten wird der genannte Verfasser als Verweis benutzt.

Einleitung



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